05. April 2017

2017 04 05 Lutherdenkmal Abtransport 13 bearbeitetLutherdenkmal "abgehoben"

Saniert werden soll das stark verwitterte Lutherdenkmal am Döbelner Lutherplatz. Zu diesem Zweck wurde die
630 Kilogramm schwere Bronzefigur am 05. April 2017 von ihrem Sockel gehoben und in eine Restaurierungswerkstatt nach Wilsdruff transportiert.

Dort wird sie von Fachleuten des Unternehmens Ostmann und Hempel GmbH gereinigt und kleinere Blessuren ausgebessert. Die Eisenrahmenunterkonstruktion wird erneuert.

Bis zum Reformationstag am 31. Oktober soll die Figur wieder an ihrem angestammten Platz stehen.

2017 04 05 Lutherdenkmal Abtransport 20 bearbeitetIn der Zwischenzeit wird auch der Sockel aus Rochlitzer Porphyr gereinigt und saniert.
Die Steinmetzarbeiten werden von der Döbelner Firma Schmidt & Wiede OHG durchgeführt.
Die Sanierung wird durch das Landesamt für Denkmalpflege beratend begleitet.

Möglich wird die Sanierung durch eine 75%ige Förderung aus Bundesmitteln aus dem Programm "Brücken in die Zukunft". Die Gesamtkosten betragen etwa 11.000 Euro. Davon trägt die Stadt Döbeln einen Eigenanteil von ca. 2.800 Euro.


LutherdenkmalAm 11. November 1883, anlässlich des 400. Geburtstags Martin Luthers, pflanzte man auf den Lutherplatz, unmittelbar neben die Nicolaikirche vier Eichen. Die Eichen stammten aus den vier berühmten Lutherstädten Eisleben, Eisenach, Erfurt und Wittenberg. Damals entstand auch der Wunsch nach einem Lutherdenkmal.

Auf dem Lutherplatz stehen auch heute noch vier Luthereichen. Neben ihnen befindet sich das Lutherdenkmal, das 1902 eingeweiht wurde. Das Döbelner Denkmal stellt weniger den kampfeslustigen Luther, den Gottestreiter dar, wie man ihn gewohnt ist, sondern den Reformator, der die Kämpfe und das Ringen hinter sich hat. Siegesgewiss steht er da, den Blick nach Süden, nach Rom gerichtet.

All das interessierte die Nationalsozialisten wohl wenig, 1942 wurde der Döbelner Luther von seinem Sockel geholt. Aus der Bronze sollten Kriegswerkzeuge hergestellt werden. 17 Jahre blieb das Denkmal verschollen. Und dann kam das Erstaunliche:
Auf einem Schrottplatz in Hamburg wurde das Standbild entdeckt.

Dem Döbelner Kirchenvorstand gelang es mitten im Kalten Krieg das Denkmal in den Arbeiter- und Bauernstaat zurückzuholen. Seit 1961 steht er nun wieder am Lutherplatz und blickt nach Rom.