04. August 2016

2016 08 04 Schloßbergwehr Freigabe 9Hightech am neuen Schloßbergwehr

Die Stadt Döbeln ist ab sofort besser als bisher, vor einem möglichen Hochwasser geschützt. Am 4. August 2016 wurde das neue Verteilerwehr am Schloßberg offiziell in Betrieb genommen.

Bis 2022 investiert der Freistaat Sachsen unter Regie der Landestalsperrenverwaltung in Döbeln etwa 50 Millionen Euro in den Hochwasserschutz. Dabei sollen auf einer Länge von 6.500 Metern Hochwassermauern und Schutzanlagen errichtet werden. Das neue Schloßbergwehr bildet in diesem komplexen System den zentralen Baustein. Gesteuert durch hochmoderne Technik soll es das Wasser in die beiden Arme der Freiberger Mulde leiten, die die Innenstadt zu einer Insel machen. Im Hochwasserfall soll etwa Zweidrittel des ankommenden Wassers in den südlichen Flussarm geleitet werden. Dazu wird dieser Arm deutlich erweitert. Der Abschnitt zwischen Schloßbergwehr und Brücke Straße des Friedens ist weitgehend fertig und wurde ebenfalls am 04. August 2016 offiziell übergeben.
Derzeit laufen die Arbeiten zwischen Niederbrücke und Brücke Bahnhofstraße.
Danach kommen die Abschnitte zwischen Brücke Straße des Friedens und Niederbrücke sowie der Abschnitt entlang des Steigerhausplatzes dran. Auch die Brücke Straße des Friedens muss erneuert werden, die jetzige ist zu klein für den dann breiteren Flutgraben. Auf Grund des Einspruchs eines Grundstückseigentümers musste dieses Projekt zurückgestellt werden. Mittlerweile ist der Einspruch geklärt, es kann gebaut werden.

2016 08 04 Schloßbergwehr Freigabe 15Das neue Verteilerwehr besteht aus zwei Wehrklappen, von denen jede ca. 20 Meter breit und 28 Tonnen schwer ist. Im Bedarfsfall werden die Tafeln mit einem Elektromotor und über zwei Hubzylinder bewegt. Die notwendigen Schaltschränke sind hochwassersicher in einem Technikhaus oberhalb des Wehres untergebracht. Dort befindet sich auch ein Notstromaggregat für den Ernstfall. Die Anlage kostet etwa 5,5 Millionen Euro. Das neue Wehr wurde anders im Fluss positioniert als das bisherige, um so die Wassermassen besser verteilen zu können.

Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer dankte allen Beteiligten für die präzise und sorgfältige Arbeit bei der Bewältigung des anspruchsvollen Projektes.
Er verwies aber auch auf die große Akzeptanz, die der Hochwasserschutz bei den Döbelner Bürgern, Gewerbetreibenden und Grundstückseigentümern findet:
„Die Meisten wissen, dass dafür Veränderungen notwendig sind und sie sind bereit, diese Erfordernisse mitzutragen, auch wenn es dabei zu Belastungen und Einschränkungen kommt. Dieses Verständnis ist wichtig, nicht selbstverständlich und dafür möchte ich den Döbelnern danken.“

2016 08 04 Schloßbergwehr Freigabe 23Oberbürgermeister Egerer machte auch deutlich, dass die monumentalen Anlagen Döbeln nicht nur schützen sollen: „Wir sehen hinsichtlich ihrer Gestaltung auch die Chance, dass sich Döbeln zum Wasser hin öffnet, dass Erlebnisbereiche geschaffen werden, die unsere Lebensqualität verbessern und die die Existenz des Flusses nicht nur als Gefahr, sondern auch positiv in unser Bewusstsein dringen lassen.“

Am Steigerhausplatz sollen die Ufer der Flutrinne terrassenförmig angelegt werden, so entstehen ganz spezielle Verweilplätze. An anderen Stellen werden Kontrollwege als Spazierwege genutzt werden können. Es gibt noch weitere Ideen, aber nicht alle lassen sich verwirklichen, auch weil sie mitunter dem technischen Hochwasserschutz entgegenstünden. Oberbürgermeister Egerer: „Insgesamt wird die attraktive Gestaltung der Muldeufer zur Spezifik Döbelns als Inselstadt mitten in Sachsen beitragen, als Stadt im  Fluss, im übertragenem Sinne auch auf ihre ständige Entwicklung bezogen.“