15. März 2016

2016 03 15 Schloßberwehr zweite Wehrklappe 21Zweite Klappe im Schloßbergwehr eingebaut

Das neue Verteilerwehr am Döbelner Schloßberg nimmt deutlich sichtbar Gestalt an, die Arbeiten an dem größten Klappenwehr Sachsens gehen ihrem Ende entgegen.

Am 15. März 2016 wurde die zweite Wehrklappe eingesetzt.

Ein Tieflader bugsierte die ca. 20 Meter lange und etwa 28 Tonnen schwere Tafel aus Richtung Busbahnhof an die Wehrbaustelle. Ein 400-Tonnen-Kran war bereits am frühen Morgen in Position gebracht und gesichert worden. Mit seiner Hilfe und an vier Stahlseilen befestigt wurde die Wehrklappe in den Betonkörper gehoben.
Alle Beteiligten hatten exakt gearbeitet, die Stahlplatte passte exakt in die vorbereiteten Aufnahmeöffnungen. Dort wird sie mit Stahlbolzen fixiert. In den kommenden Wochen wird noch der Elektromotor, der über zwei Hubzylinder die Wehrklappe bewegen soll, montiert. Die Dichtungen sind noch anzubringen und weitere Detailarbeiten durchzuführen. In einem Technikhaus, das hochwassersicher errichtet wurde, befinden sich Schaltschränke und ein Notstromaggregat. Auf einer Betonwange zwischen beiden Wehrabschnitten steht ein Kranausleger, mit dem bei Bedarf Treibgut entfernt werden kann sowie die Dammbalken für Wartungs- und Revisionszwecke. Ende Mai 2016 soll dann das gesamte Wehr funktionsfähig sein. Die erste Wehrklappe wurde bereits am 30. Juni 2015 montiert.

2016 03 15 Schloßberwehr zweite Wehrklappe 1Das komplette Wehr ist mit einer Breite von
50 Metern das größte Klappenwehr in Sachsen.
Die Anlage kostet etwa 5,5 Mill. Euro und ist das Kernelement des Hochwasserschutzes in Döbeln. Zuverlässig soll sie im Hochwasserfall die Massen in beide Flussarme verteilen. Das neue Wehr ist anders im Fluss positioniert, als die alte Anlage. Etwa Zweidrittel des ankommenden Wassers sollen bei Hochwasser in den südlichen Arm der Freiberger Mulde abgeleitet werden, das ist mehr als bisher. Dazu wird der südliche Arm deutlich verbreitert.

2016 03 07 Schlossbergwehr 11Der Abschnitt zwischen Schloßbergwehr und Straße des Friedens befindet sich kurz vor der Fertigstellung, die letzten Pflasterarbeiten laufen. Ab Juni 2016 soll mit dem Bauabschnitt Niederbrücke - Bahnhofstraße begonnen werden. Danach könnte es mit dem Neubau der Brücke Straße des Friedens weitergehen. Eventuell wird vorher noch mit dem Abschnitt Straße des Friedens - Niederbrücke begonnen. Parallel dazu ist der Bauabschnitt Bahnhofstraße - Steigerhausplatz möglich.

Insgesamt sind für Döbeln ca. 7,5 Kilometer Mauern und Deiche vorgesehen.
Nach derzeitigen Planungen sollen die Bauarbeiten im Jahr 2022 - 23 beendet sein.

Für einen wirksamen Hochwasserschutz in Döbeln und anderen Orten ist aber auch die Errichtung von zwei geplanten Hochwasserrückhaltebecken in Oberbobritzsch und Mulda am Oberlauf der Freiberger Mulde im Erzgebirge notwendig.